Brüchige Kinderleben in Bilderbüchern: Verstehen, Gestalten und Zeigen

Bilderbücher können aufmerksam machen auf Geschichten und Perspektiven von Kindern, die Umbrüche in ihrem Leben erfahren haben. In solchen Umbrüchen kann die Welt für Kinder ganz anders werden, als bisher erlebt. Das kann z.B. die Geschichte einer Flucht aus einem Kriegsgebiet sein, des Ankommens in einem neuen Land, das Erleben einer Pandemie oder auch Ereignisse in der Familie, die das bisher selbstverständlich Geglaubte verändern. Die Übung lädt dazu ein, drei miteinander verbundene Aspekte zu diskutieren und zugleich Handwerkszeug für die praktische Arbeit mit Kindern zu erwerben:

1. Verstehen: Wie werden Kinder in solchen Bilderbüchern gezeigt? Erscheinen sie zum Beispiel als aktiv gestaltende Akteure oder eher als Opfer einer gesellschaftlichen Situation – und wie bzw. woran lässt sich das erkennen?

2. Gestalten: Wie können Bilderbücher – auch mit Kindern – so gestaltet werden, dass unterschiedliche Perspektiven und Handlungsfähigkeiten von Kindern erkennbar und nacherlebbar werden?

3. Zeigen: Wie können Kinder dafür interessiert werden, lebensweltliche Erfahrungen von (anderen) Kindern wahrzunehmen, die von den jeweils eigenen weit entfernt scheinen? Wie können z.B. Bilderbücher in interaktiven Lesungen inszeniert werden?

Zur Übung eingeladen werden externe Gäste, die Bücher machen, in Szene setzen und das Lesen in unterschiedlichen Sprachen fördern.  Die Lehrveranstaltung kann auch als Vorbereitung zu dem für das Wintersemester geplanten Projektstudium „Wenn die Welt anders wird. Kinder und Kindheit in gesellschaftlichen Umbrüchen“ genutzt werden.